Frontal 21 am 7.März 2006

Wundflächen nach Operationen sind besonders anfällig für multiresistente Bakterien.
Sie sind unsichtbar, winzig klein und können für Patienten zur tödlichen Gefahr werden.
Multiresistente Krankenhauskeime, so genannte MRSA, sind in deutschen Kliniken auf dem Vormarsch. Gegen diese gefürchteten Bakterien richten herkömmliche Antibiotika nichts aus. Über jede Wunde können die bakteriellen Erreger in den Körper gelangen und zu einer Infektion führen. Von Astrid Randerath und Stefan Reis, 6.3.2006
Schon heute infizieren sich nach Expertenschätzungen mindestens 40.000 Patienten jährlich mit dem besonders aggressiven Bakterienstamm MRSA, bei 5000 bis 6000 von ihnen verläuft die Krankheit sogar tödlich.
Bei Johann H. sah trotz mehrerer Operationen zunächst alles wieder gut aus: Der 17-Jährige hatte sich bei einem Autounfall schwere Knochen- und Beinverletzungen zugezogen. Doch dann infizierte er sich mit den resistenten Krankenhausbakterien, die sein operiertes Bein überzogen. Es handelte sich um besonders aggressive Keime: Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus (MRSA), gegen die gängige Antibiotika meistens nichts ausrichten (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Im schlimmsten Fall hilft nur noch die Amputation. Auch bei Johann H. mussten die Ärzte schließlich das Bein verkürzen.
Forscher wie Wolfgang Witte, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken in Wernigerode, warnen vor einer weiteren rasanten Verbreitung der gefährlichen Bakterien. Witte hat dabei vor allem Ärzte, Schwestern oder Pfleger im Blick, denn die MRSA-Keime werden vor allem durch das Klinikpersonal übertragen. Fehlende Ausbildung, mangelnde Beachtung der Hygienevorschriften, Überlastung und Ignoranz tragen dazu bei, dass die infektiösen Keime so von Patient zu Patient getragen werden.
Seit 1990 haben sich die resistenten Staphylokokken in deutschen Krankenhäusern dramatisch vermehrt. Lag damals ihre Rate noch bei 1,7 Prozent, stieg sie bis zum vergangenen Jahr auf das mehr als Zehnfache, auf über 20 Prozent. Auf Intensivstationen liegt der Anteil sogar bei 30 Prozent. Die Körperabwehr der Patienten dort ist ohnehin schon geschwächt, sie sind deshalb besonders anfällig für die Keime. Die Folge: Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen.
Seit 1990 haben sich die resistenten Staphylokokken in deutschen Krankenhäusern dramatisch vermehrt. Lag damals ihre Rate noch bei 1,7 Prozent, stieg sie bis zum vergangenen Jahr auf das mehr als Zehnfache, auf über 20 Prozent. Auf Intensivstationen liegt der Anteil sogar bei 30 Prozent. Die Körperabwehr der Patienten dort ist ohnehin schon geschwächt, sie sind deshalb besonders anfällig für die Keime. Die Folge: Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen.
Die gefährlichen MRSA-Bakterien traten zuerst in den sechziger Jahren auf. Die Keime verbreiteten sich seither vor allem in den westlichen Industrieländern. Die besonders Widerstandsfähigen überleben und vermehren sich gerade dort, wo häufig Antibiotika eingesetzt werden. Denn nur die weniger Überlebensfähigen werden abgetötet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) nennt die weltweiten MRSA-Infektionen "ein eskalierendes Problem in stationären Einrichtungen". In Ländern wie Großbritannien oder den USA sei die Situation "kaum noch beherrschbar", während in den Niederlanden und den skandinavischen Ländern eine "strikte Präventionsstrategie" Erfolge zeigt.
Anders als in Deutschland wurde etwa in den Niederlanden schon vor Jahren eine nationale Strategie gegen MRSA eingeführt. Damit gelang es, die Ausbreitung entscheidend zurückzudrängen, der Prozentsatz der resistenten Keime verringerte sich von 18 auf unter ein Prozent. Dies gelang durch eine massive Aufklärungskampagne und durch großen Druck auf die Ärzte: Sie sollten weniger Antibiotika verschreiben; die Praxen müssen seitdem ihren Antibiotika-Verbrauch veröffentlichen. Doch solange in Deutschland nichts passiert, müssen Patienten wie Johann H. auch nach Routine-Operationen Schlimmeres befürchten.
Bakteriostatisches Experiment mit
„aus aktivierter Salzsole“ Bekämpft nicht das Symptom (Bakterium, Viren usw.), sondern wirkt nur als natürliche Hygienemaßnahme über das Milieu, daher sind kaum Resistenzen oder sonstige belasteten Nebenerscheinungen zu erwarten!
Ziel: Die bakteriostatische Wirkung mit „aktivierter Salzsole“ ASS zu ermitteln.
Material:
Erforderliches Probemuster: ASS farblose und durchsichtige Flüssigkeit.
Bakterienarten: E.coli, Nr. 8099; Staphylococcus aureus, Nr.6538; erworben von der
Stammabteilung der Hygiene- und Antiepidemie-Station in Shandong.
Schlussfolgerung: Das Probemuster hat eine bestimmte Hemmwirkung auf die
Bakterienkultur.
Anmerkung: Dieses Experiment haftet nur für das gegebene Muster.
Experiment durchgeführt von: Juhua Liu, Yingying Yue.
Geprüft von: Hong Meng.
Abteilung für Mikrobiologie, Institut für Grundmedizin, Akademie der Medizinwissenschaften in Shandong.
Datum des Experiments: 2002/10/10
Datum des Berichtes: 2002/10/10.